Klinisch-psychologische Praxis
KLINISCHE PSYCHOLOGIN

Ängste und Angststörungen in Graz behandeln

Vielleicht überlegen Sie schon vor dem Verlassen Ihrer Wohnung, ob Sie bestimmte Alltagssituationen bewältigen werden. Sie beobachten Ihren Herzschlag, spielen mögliche Hindernisse im Kopf durch oder sagen ein Treffen ab, obwohl Sie sich darauf gefreut haben. Manchmal ist die Angst plötzlich da. Manchmal begleitet sie Sie als ständige Anspannung durch den Tag.

Viele Betroffene wissen, dass ihre Befürchtungen größer sind, als es die Situation rechtfertigt. Trotzdem lässt sich die Angst nicht einfach abstellen. Das kann erschöpfen und das Vertrauen in sich selbst beeinträchtigen. Wenn gut gemeinte Ratschläge wie „Mach dir nicht so viele Gedanken“ nicht helfen, liegt das nicht an mangelnder Willenskraft.

Als Klinische Psychologin in der Wielandgasse in Graz unterstütze ich Sie dabei, Ihre Ängste besser zu verstehen und schrittweise wieder mehr Handlungsspielraum im Alltag zu gewinnen.

Wenn Angst den Alltag einschränkt

Angst ist eine natürliche Reaktion, die uns vor Gefahren schützt. Zur Belastung wird sie, wenn sie häufig oder besonders stark auftritt, obwohl keine entsprechende Bedrohung besteht, und wenn sie zunehmend bestimmt, was Sie tun oder vermeiden. Dabei können sich diese Ängste sehr unterschiedlich zeigen:

Panikattacken treten als plötzliche, intensive Angst auf, häufig begleitet von Herzklopfen, Schwindel, Zittern oder Atemnotgefühl. Betroffene befürchten, die Kontrolle zu verlieren oder dass körperlich etwas Schlimmes passiert. Oft entsteht anschließend Angst vor der nächsten Attacke.

Bei Agoraphobie werden beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel, Menschenansammlungen oder längere Wege allein schwierig. Im Vordergrund steht die Befürchtung, im Fall starker Angst nicht entkommen oder keine Hilfe bekommen zu können.

Soziale Ängste betreffen Situationen, in denen man sich beobachtet oder beurteilt fühlt. Das können Gespräche, gemeinsames Essen oder einzelne Wortmeldungen sein, die mit der Sorge verbunden sind, sich zu blamieren oder abgelehnt zu werden.

Bei einer generalisierten Angststörung kreisen die Sorgen um verschiedenste Lebensbereiche, etwa Gesundheit, Angehörige oder Beruf. Das gedankliche Durchspielen möglicher Probleme lässt sich nur schwer unterbrechen; häufig kommen anhaltende Anspannung, Erschöpfung und Schlafprobleme hinzu.

Bei einer Krankheitsangststörung steht die anhaltende Angst im Vordergrund, ernsthaft erkrankt zu sein oder zu erkranken. Körperempfindungen werden besonders aufmerksam beobachtet und häufig als mögliche Krankheitszeichen gedeutet. Wiederholtes Nachlesen, Kontrollieren oder Rückversichern beruhigt meist nur vorübergehend. Manche Betroffene vermeiden aus Angst ärztliche Untersuchungen. In der ICD-11 wird die Krankheitsangststörung den Zwangsstörungen und verwandten Störungen zugeordnet. Da die Angst um die eigene Gesundheit eines der wesentlichen Symptome ist, wird sie auch hier angesprochen.

Spezifische Phobien beziehen sich auf bestimmte Situationen oder Dinge, beispielsweise Fliegen, Höhen, Tiere oder Spritzen.

Wie sich Angst verstärken kann

Körperempfindungen, Gedanken und Verhalten beeinflussen sich gegenseitig. Wer beispielsweise einen schnelleren Herzschlag als Zeichen einer drohenden Gefahr deutet, bekommt noch mehr Angst. Dadurch verstärken sich die körperlichen Reaktionen, was wiederum als Bestätigung der befürchteten Gefahr wahrgenommen werden kann.

Angstauslösende Situationen zu meiden, bringt zunächst Erleichterung. Langfristig kann dadurch jedoch die Überzeugung wachsen, diese Situationen nicht bewältigen zu können. Auch ständiges Rückversichern oder das Gefühl, nur mit Begleitung zurechtzukommen, kann diesen Kreislauf aufrechterhalten. Was kurzfristig Sicherheit vermittelt, kann so den Alltag zunehmend einschränken.

Die eigenen Reaktionen verstehen

In meiner Praxis in Graz nehmen wir uns Zeit dafür, wie Sie Ihre Angst erleben und was Sie im Alltag besonders belastet. Wir betrachten gemeinsam, wann sie auftritt, welche Befürchtungen damit verbunden sind und wie Sie bisher damit umgegangen sind. Daraus entwickeln wir Ziele und passende Behandlungsschritte.

Zu wissen, was bei Angst im Körper geschieht und wie Gedanken die Anspannung beeinflussen, kann entlasten. Sie lernen, Ihre persönlichen Angstmuster früher zu erkennen und Ihre Reaktionen besser einzuordnen. Dabei geht es auch um Ihre konkrete Lebenssituation und darum, welche Belastungen Ihre Angst verstärken.

Manchmal ist es auch wichtig, gemeinsam auf frühere Erfahrungen zurückzublicken – etwa auf prägende Erlebnisse in der Kindheit oder in Beziehungen. Das kann helfen, heutige Ängste und vertraute Reaktionsmuster besser zu verstehen und in der Behandlung gezielt aufzugreifen. Wie viel Raum dieser Rückblick einnimmt, richtet sich danach, was für Ihre aktuelle Situation hilfreich ist und womit Sie sich auseinandersetzen möchten.

Mit Sorgen und bedrohlichen Gedanken umgehen

Gemeinsam prüfen wir Befürchtungen und Erwartungen: Was halten Sie für wahrscheinlich? Was trauen Sie sich in einer schwierigen Situation zu? Bei anhaltenden Sorgen kann es helfen, lösbare Probleme von gedanklichen Katastrophenszenarien zu unterscheiden und einen anderen Umgang mit Ungewissheit zu entwickeln. Ziel ist eine realistischere Einschätzung, die Ihnen Entscheidungen und Handeln wieder erleichtert.

Durch neue Erfahrungen Vertrauen gewinnen

Als klinische Psychologin in Graz orientiere ich mich bei der Behandlung von Angststörungen an wissenschaftlich fundierten Empfehlungen. Ein wichtiger Bestandteil ist bei vielen Angststörungen die gezielte Annäherung an gefürchtete Situationen, auch Exposition genannt. Wir bereiten diese Übungen gemeinsam vor und vereinbaren Schritte, die auf Ihre Ängste und persönlichen Ziele abgestimmt sind. Sie wissen jederzeit, wozu eine Übung dient, und entscheiden über das Vorgehen mit. Keine Übung erfolgt gegen Ihren Willen.

Dabei können Sie erleben, dass sich Befürchtungen häufig nicht bestätigen und dass Sie auch mit spürbarer Angst handlungsfähig bleiben. Die Angst muss während einer Übung nicht vollständig verschwinden, damit eine hilfreiche Erfahrung möglich wird. Mit wiederholtem Üben kann das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wachsen. Gemeinsam vereinbarte Übungen zwischen den Terminen helfen Ihnen, diese Erfahrungen in Ihren Alltag zu übertragen und Veränderungen zu festigen.

Unterstützung bei Ängsten in Graz

Angststörungen sind behandelbar. Wie die Behandlung gestaltet wird und wie lange sie dauert, hängt unter anderem von der Art der Ängste, ihrer Ausprägung und Ihrer persönlichen Situation ab. Ziel ist, dass Sie wieder mehr von dem tun können, was Ihnen wichtig ist.

Sie haben noch Fragen oder möchten mehr über die Behandlung erfahren? Kontaktieren Sie mich gerne telefonisch oder per E-Mail.